DIY - Selbstgemachtes

#12ausdemstoffregal: Ein Streifenkleid für Selmins Streifengang

Als Selmin am 1. Juni das Motto ihrer Challenge #12ausdemstoffregal verkündet hat, war ich überzeugt davon, auch diesmal aussetzen zu müssen. Streifenstoffe hab ich keine in meinem Stoffregal! Da bin ich mir ganz sicher…

Moment mal! So ganz richtig ist das nicht! Genau genommen habe ich sogar sechs gestreifte Stoffe in meinem Regal, die bereits mehr oder weniger lange auf ihre Verarbeitung warten. Drei Jersey-, ein Strick- und zwei Webstoffe. Auf dem Stoffmarkt in Freising habe ich dieses Jahr einen wunderwunderschönen rosa-weiß-schwarz gestreiften Kreppstoff entdeckt. Das einzige Manko: der Stoff ist leicht transparent. Und natürlich fehlte mir ein passender Futterstoff. (Der Futterstoff ist mittlerweile gefunden und auch schon gewaschen, das Kleid somit also in Arbeit.)

Selmins Challenge motivierte mich dennoch sehr zur Verarbeitung eines Streifenstoffes. Und da ich unbedingt ein gestreiftes Sommerkleid haben wollte, blieb mir nur noch ein gestreifter Baumwollsatin von Milliblu’s in rosa, blau und weiß. Ursprünglich hatte ich diesen Stoff für eine Bluse gekauft, weshalb ich nur 1,5 m davon zur Verfügung hatte. Insgeheim wusste ich aber, welches Kleid es werden sollte – koste es was es wolle.

In einer Ausgabe der Burda Style vom vorletzten Jahr (07/2017) fiel mir bei erscheinen der Zeitschrift bereits das Kleid 101 ins Auge. Dieser Stoff passte einfach perfekt zum Schnittmuster. Schnell waren die Schnittteile abgepaust und das puzzeln konnte beginnen. Ich war sehr erstaunt, dass der Stoff genau ausgereicht hat, obwohl ich den Rock um etwa 5 cm verlängert habe. Die Belege bereitete ich aus einem Rest rosafarbenen Stoff vor.

In der Theorie wäre das Kleid sehr schnell genäht – hätte ich mich nicht für einen gestreiften Stoff entschieden. Da ich aus Stoffmangel eine zusätzliche Naht an der vorderen Mitte des Oberteils einfügen musste, traten hier schon die ersten Probleme auf.

Trotz gutem Feststecken mit vielen Stecknadeln verrutschte der Baumwollsatin beim Steppen der Mittelnaht um ein paart Millimeter. Obwohl es sich nur um eine kleine Versetzung der einzelnen Streifen handelte, konnte ich das beim besten Willen nicht so belassen. Wie eine Freundin sagte: „…mein innerer Monk hat dabei ganz laut geschrieen.“ Ganze dreimal musste ich wieder auftrennen.

Tatsächlich – wer hätte es auch anders erwartet – war das nicht das einzige Mal, dass der Nahttrenner bei diesem Kleid zum Einsatz kam. Das wohl Schwierigste stand mir mit dem nahtverdeckten Reißverschluss nämlich noch bevor. Die erste Seite war wie erwartet kein Problem. Die zweite Seite allerdings hatte es in sich. Trotz Markierung und Fixierung mittels Stecknadeln UND Stoffklammern verrutschte immer entweder der Stoff oder der Reißverschluss. Aber probieren geht bekanntlich über studieren und so habe ich die für mich beste Methode für das Einnähen von nahtverdeckten Reißverschlüssen bei Streifenstoffen erarbeitet.

Hierfür wird der Reißverschluss am oberen Ende genau passend fixiert. Anschließend wird mit einem sehr großen Geradstich mit der Nähmaschine erst einmal alles zusammen geheftet. Streifen für Streifen kann jetzt kontrolliert werden, was passt oder gegebenenfalls nochmals angepasst werden muss. Dazu trenne ich allerdings nur immer wenige Zentimeter auf einmal auf, wenn es der Versatz der Streifen zulässt. So vermeide ich mehrmaliges komplettes Heraustrennen des gesamten Reißverschlusses. Ist alles passgenau geheftet nähe ich mit dem normalen Stich nochmal alles fest.

Den Saum des Tellerrockes habe ich meinem Schrägband aus Satin in dunkelblau gearbeitet. Diese Methode eignet sich bei Tellerröcken am besten, da sich das Schrägband perfekt an die Rundung anpassen kann. Außerdem sieht es sehr ordentlich aus.

Jetzt bin ich gespannt auf all die anderen Streifen-Teile. Schaut gerne mal bei Selmins Linksammlung vorbei.

Bis bald

Tessa

Verlinkt bei Sew La La, Du für Dich am Donnerstag und #12ausdemStoffregal von Tweed&Greet