DIY - Selbstgemachtes

Wenn ein Fehler das Beste ist, was passieren konnte

Vor einer Woche war ich zu Besuch in der Heimat. Im Gepäck hatte ich meine neuesten Nähprojekte und meine digitale Spiegelreflexkamera um das prognostizierte schöne Wetter und die ländliche Kulisse zu nutzen. Außerdem erklärte sich mein Bruder bereit, mich beim Fotoshooting zu unterstützen. Auch meine Schwester war dabei und zu dritt hatten wir wirklich viel Spaß.

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Bei jedem Foto sah es dann folgendermaßen aus: Ich erklärte den beiden, was ich mir in etwa vorstellte, meine Schwester beurteilte meine Pose, zupfte hier ein bisschen, da ein bisschen und gab mir Tips, wie ich meine genähte Kleidung am besten präsentierte und mein Bruder knipste fleißig. Er kann das definitiv besser als ich! Vielen Dank, euch beiden! Die Fotos können sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen!

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Nun aber zu dem Pulli, den ich euch gerne zeigen möchte. Genäht habe ich nach dem Schnitt „My Endless Summer“ von Schaumzucker. Der Stoff ist ein Waffelpique in weiß mit grauen Federn. Ein wahres Schätzchen. Im Laden hab ich mich gleich verliebt. Da ich davon aber nur einen Meter hatte und unbedingt einen Pulli daraus nähen wollte, wartete er seit Februar auf seine Verarbeitung. Lange habe ich nach einem passenden Schnitt gesucht. Für die meisten Longsleeves benötigte man 1,5 m.

Auch ein paar Fehler haben sich natürlich mal wieder eingeschlichen… Beim Zuschneiden habe ich nicht mitgedacht und glatt den ersten Ärmel an der vorgesehenen Stoffbruchlinie durchgeschnitten. Genug Stoff, um den Ärmel neu zuzuschneiden hatte ich nicht mehr, deshalb schnitt ich den zweiten ebenfalls durch. Das war zwar ärgerlich, im Nachhinein stört mich das aber nicht mehr. Wär es euch aufgefallen, wenn ich euch nicht darauf hingewiesen hätte?

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Um den Schnitt noch ein bisschen aufzupeppen, habe ich einen Stoffstreifen in Falten gelegt und als Schößchen angesteppt.

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Na gut, ich geb’s zu, das Schößchen ist das Ergebnis meines zweiten Denkfehlers. Beim ersten Anprobieren nach dem Schließen der Seitennähte konnte ich den Pullover beim besten Willen nicht über meine Hüften ziehen… Der wunderschöne Stoff war leider kein bisschen elastisch, der Schnitt aber für elastische Materialien vorgesehen. Dieses kleine Detail hatte ich wohl übersehen. Aus Fehlern lernt man! Und das Schößchen macht das Shirt doch zu etwas ganz besonderem. Auf der Sew!2016 (dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr) am vergangenen Wochenende wurde ich sogar nach dem Schnitt gefragt. Das macht mich schon ein bisschen stolz!

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Auf richtige Bündchen habe ich verzichtet. Stattdessen verwendete ich die super tollen Bündchenbänder von Alles für Selbermacher. Ich habe sie verlinkt, weil ich mich immer schwer tu, sie zu finden weil sie einfach genial sind!

Den Schnitt „My Endless Summer“ werde ich auf jeden Fall nochmal „normal“ also ohne Denkfehler nähen, denn er gefällt mir richtig gut. Das zugehörige T-Shirt „My Simply Summer“ folgt natürlich auch bald.

Tessa

 

Verlinkt bei Crealopee

DIY - Selbstgemachtes

DIY – Irren ist menschlich. Maritime Tasche No. 2

Wie ich euch ja vor einiger Zeit erzählt habe, durfte ich an Nines Taschenparty zum ersten Geburtstag ihres Blogs Nine näht teilnehmen. Dafür nähte ich eine maritime Tasche aus Wachstuch und Baumwolle.

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Meiner Mama hat diese Tasche so gut gefallen, dass ich ihr eine etwas kleinere Version davon anfertigte. Diesmal mit Reißverschluss und kleiner Innentasche. Für die Träger habe ich wieder ein dunkelblaues Gurtband verwendet. Und was soll ich sagen – sie hat sich sehr darüber gefreut!

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Bis ich sie ihr allerdings schenken konnte, musste ich einen Weg voller Irrungen und Wirrungen bezwingen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da dachte ich, ich bin diesmal besonders klug und nähe die Träger gleich an den Vliesersatz. Soweit war ja noch alles gut. Damit ich den Reißverschluss auch richtig annähe, wiederholte ich in Gedanken wieder und wieder, dass ich die Träger unbedingt berücksichtigen müsse. Und es kam wie es kommen musste – zuerst nähte ich den Futterstoff und das Vlies zusammen. Das dann anschließend an den Reißverschluss. Der nächste Schritt war, den Außenstoff am Reißverschluss zu befestigen. Und da bemerkte ich es: Ich hatte die Träger vergessen! Sie befanden sich jetzt zwischen Außen- und Futterstoff, aber man konnte sie nicht benutzen…

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An manchen Tagen, sollte man wohl einfach nicht nähen. Die Tasche konnte ich dann aber doch noch retten und das ohne die Naht am Reißverschluss wieder auftrennen zu müssen. Manchmal muss man eben das Beste daraus machen, Fehler hin oder her.

Hab ihr auch schon mal etwas ähnliches erlebt? Konntet ihr euer Werk noch retten oder musstet ihr es als missglückt hinnehmen?

Damit wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche – und dass eure Projekte besser gelingen als dieses hier!

Tessa